Heute habe ich bemerkt, dass ich endlich handeln muss, wenn ich mir selber zeigen möchte, dass ich kostbar bin.

Egal wie sehr mich der Tag erschöpft und ausgelaugt hat. Heute habe ich nur bis Mittag gearbeitet, war aber so erledigt als hätte ich rund um die Uhr gearbeitet. Ich habe mir etwas zu essen bestellt. Ein Dönersandwich mit jede Menge Salat. Danach habe ich einfach mal eben so drei Stunden geschlafen. Jeder Muskel schmerzte und ich wollte einfach nur mal wieder entspannt sein. Ich dachte das sei das richtige gewesen. War es auch, weil ich so erledigt war. …aber ich merkte ich brauche mehr.

Ich gebs zu – ich drücke mich seid Mooooonaten um die Bewegung drumherum. Gestern sprach ich mit einer neuen Freundin. Sie ist Ärztin. Ich erzählte ihr von meiner Angst, dass wenn ich mich bewege, wieder etwas in mir kaputt geht. Etwas wieder bricht oder zerreisst. Seid dem Fussbruch habe ich fortwährend Angst etwas zerbricht wieder… oder tut so unglaublich weh, wie meine Knie. Meine Freundin Candida hat mir schon so oft gesagt, dass die Bewegung wichtig ist und das es besser ist sich zu bewegen, als es nicht zu tun. Mein Kopf denkt dies auch – aber mein Gefühl ist anders, mein Gefühl ist angstgesteuert. Natürlich will ich nicht angst gesteuert sein. Dabei bin ich es – in diesem Punkt mit der Bewegung ganz besonders.

Dabei weiß ich ganz genau, der Held ist ein Held, weil er trotz der Angst weitergeht und nicht weil sich von der Angst ablenken und abhalten lässt. Meine neue Freundin und auch Candida habe mir beide versprochen, dass es möglich ist wieder beweglich zu sein und Kraft aufzubauen. Es ist ja  nicht so als wenn ich das nicht wüsste, so oft habe ich mir die Beweglichkeit und körperliche Kraft und Ausdauer schon zurückgeholt. Diesmal traue ich es mir nicht zu. Es gibt viele Momente, da bewege ich mich, aber sobald es mir nicht gutgeht, so wie heute, schaffe ich es einfach nicht. Schrecklich aber wahr. Ich krieg mich einfach nicht motiviert. Bewegungsimpulse sind zu hauf da, ab ich traue mich nicht. Gestern Abend war ich auf dem Fahrradergometer und auf dem Boden. Heute hab ich es wieder nicht geschafft.

Einerseits habe ich mich früher sehr gerne bewegt, anderseits „musste“ ich dauernd irgendetwas tun, was mich angewidert und genervt hat, so das es mich selbst heute noch einholt und Bewegung ein Muss ist oder es sich zumindest so anfühlt. Sobald Bewegung auf einer Todo-Liste steht kriege ich die Krise. Jeder Sporttrainer sagte mir, dass irgendwann die Bewegung anfängt Spaß zu machen. Spaß hat mir Bewegung nie wirklich gemacht. Das heißt doch… vor einigen Jahren habe ich mir in einer Reha-Maßnahme – spazierengehen erobert. Ich schaffte es innerhalb von 8 Wochen 2 Stunden spazieren zu gehen. Damals taten mir allerdings die Knie noch nicht so weh. Naja gut, ich war zwar  vom Gewicht her mehr als jetzt, aber damals war ich ziemlich dissoziert und habe nichts gefühlt und so konnte ich besser „funktionieren“, weil ich mich nicht richtig gefühlt habe. Ich fühle nun wieder alles und das macht es so schwer. Ich kann nicht einfach mal so wieder nur „funktionieren“. Es ist natürlich einerseits besser alles zu fühlen – aber es macht es auch schwerer, weil ich halt den gesamten Schmerz und die Schwere etc. deutlich spüre. Dadurch auch die Angst vor Schmerzen.

Dabei weiß ich das es mir guttut mich zu bewegen. Jetzt ist es schon kurz nach 23 Uhr und ich will einfach nur meine Ruhe haben. Was würde ich tun, wenn ich das Kostbarste wäre? Ich würde es gerade dann machen, wenn ich es brauche und wenn die Bewegungsimpulse übermächtig werden. … so wie heute und wie auch jetzt gerade

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