Es ist jetzt kurz nach 7 Uhr. Als ich das erste Mal um 5 Uhr wach wurde, war es wie immer – Welt lass  mich doch einfach in Ruhe. Ich schlief gereizt wieder ein. Kurz nach halb sechs wurde ich wieder wach. Irgendwie war da was, als hätte ich was vergessen. Die Sonne scheint schon wieder durch die Wohnung und das nervte mich total. Was hatte ich nur vergessen? Ich kam einfach nicht drauf. Was wollte ich denn nochmal machen? Dann ein „ach ja“. Ich wollte mich behandeln als wäre ich das Kostbarste für mich. Was brauchte ich den so früh am Morgen um das zu fühlen?Ich nahm ein paar tiefe Atemzüge und bewegte mich ein wenig. Nur ein klitzekleines bisschen um den Schlaf zu vertreiben. Ich wackelte mit den Zehen, dann machte ich die Venenpumpe. Fuss ranziehen anderen strecken und nochmal und nochmal und…dann spürte ich es – ich wollte aufstehen. Die Lebendigkeit konnte ich in der gesamten Brustregion spüren. Ich wollte aufstehen. Wann hab ich dies  das letzte Mal gespürt – es ist ewig her. Dabei habe ich auch noch Angst vor der Hitze die mich heute erwartet. Ich mag keinen Sommer. Es ist mir ständig zu heiß und die Schwüle hier im Rheinland schier unerträglich und doch heute wollte ich aufstehen. Ich nahm mir Zeit im Badezimmer und hatte ausreichend Zeit für alles was ich machen wollte. Ich sah dem Tee beim Ziehen zu, bereitete mein Essen für Mittags und das Frühstück zu und hatte jetzt sogar noch Zeit zu schreiben. Zeit für mich – so lange ersehnt und gerade erreicht. Mich durchflutet ein so warmherziges Gefühl für mich selber. Das tut sehr gut.

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