Als ich mitbekam, wie Erdogan versucht die Pressefreiheit, unsere deutsche Pressefreiheit  zu unterdrücken, war ich unglaublich angewidert. Ebenso, das deutsche Politiker irgendwie versuchen, alles wieder reinzuwaschen. Immer dieses Weichgespülte, das widert mich an.

Am Donnerstag passierte hier in meinem Leben genau das selbe. Man versuchte mir einen Maulkorb zu verpassen. … aber der Maulkorb passte nicht so richtig. Man unterstellte mir viele heftige Dinge, die ich nicht getan habe und ich war so sprachlos. Die Person die mir Dinge unterstellte, war die Person, die mir in den letzten Jahren beigebracht hat für mich einzustehen und sichtbar zu werden mit den Missständen in meinem Leben. Nun versucht sie mir eine Art Maulkorb zu verpassen.  Ich war total verwirrt. Aber wie gesagt, der Maulkorb passte nicht so richtig. Ich begriff, dass ich schon seid Jahren eigentlich Jahrzehnten einen inneren Eid abgelegt habe, nicht über die Dinge zu sprechen, die mir passiert sind. Der Maulkorb wurde mir schon vor Jahrzehnten verpasst und ich habe ihn artig getragen und mit in jedes neue System übernommen, in das ich hineingewachsen bzw. hineingerutscht bin.

Man hatte in einem Forum unter anderem meine Antwort auf eine Frage gelöscht und mit einer anderen eigenen weichgespülten Texteinleitung eine Art Zensur vorgenommen. … womit ich überhaupt nicht gerechnet habe war, dass einige Menschen aufstehen und diese Zensur kritisiert und meine Antwort auf die Frage (die gelöscht wurde) wieder neu eingestellt haben und dies hat mich zutiefst berührt und auch mich, mit meinem eigenen inneren Eid erschüttert. Der Maulkorb hat nicht nur verhindert, dass ich die Missstände nicht angesprochen habe, sondern ich habe mich auch nicht gewehrt. Ich habe mich nicht in angemessener Art und Weise gewehrt und verteidigt. Nicht nur jetzt decke ich die Misstände nicht auf, sondern schon immer nicht. Dies zu entdecken, macht mich traurig. Dabei gab und gibt es sovieles was es aufzudecken gibt, aber aus Respekt und auch so einer Loyalitätsverpflichtung in mir, zu anderen mache ich es nicht. Ich will doch einfach nur meine Ruhe haben. Aber ich hab sie nicht.

Als ich vor 5 Monaten meine laufende Therapie und alle weiteren therapeutischen Maßnahmen beendete unterstellte man mir, dass ich Mitglied einer Sekte geworden wäre, so hilfsbedürftig wie ich sei. Man  sagte mir, dass meistens Sekten dahinterstecken, wenn Therapien bei hilfsbedürftigen Menschen so abrupt beendet würden. Haben die wirklich gedacht, ich bin bescheuert und weiß nicht was ich tue? Ich konnte es nicht glauben. Ich versuchte noch „auf eine vernünftige Art und Weise“ und ganz ruhig dazu eine Diskussion zu führen, aber es brachte nichts. Dann wurde ich gefragt, ob es mir wirklich gutgeht. Ich antwortete, dass es mir sehr gut geht und dann sagte man mir, dass es in Syrien auch so ist, dass Menschen sagen es ginge ihnen gut und die dann mit einer Kalaschnikov um sich knallen. Das sind Aussagen, die machen mich sprachlos. Man versucht wirklich mir einzureden ich sei nicht ganz dicht und hilftbedürftig. Dabei hätte ich diese Unterstellungen sofort unterbinden sollen, aber ich konnte mich nicht wehren. Es macht mich traurig, wenn ich so behandelt werde. Ich wünschte, ich könnte aufstehen und wie im Film mal absolut überraschend eine Ohrfeige verpassen, die Leute am Kragen packen und rausschmeissen, aber ich kann das nicht. Ich schlucke, atme, verkrieche mich dann für eine Weile und wenn ich wieder da bin, dann bin ich zwar wieder da, … aber wieder, wieder habe ich mich nicht gewehrt.

Dann irgendwann hatte ich Besuch  und ich ließ eine Person an meinen Computer. Ich ließ die Person an meinen Computer, obwohl ich es „eigentlich“ nicht  wollte. Gab selber mein Passwort ein und dachte ich sei damit auf der sicheren Seite. Irgendwann bekam ich mit, dass die Person doch nochmal an meinem PC war und mein Browserverlauf gelöscht war. Ich weiß nicht, was noch daran gemacht wurde und wieder konnte ich mich nicht wehren und habe bis heute immer noch nichts dazu gesagt. Ich traue mich einfach nicht.

Meinen Eltern habe ich von meinem sexuellen Missbrauch nie erzählt. Ich konnte mich damals nicht wehren und habe es sogar viele Jahre so verdrängt, dass ich mich absolut nicht daran erinnern konnte. Die Erinnerung daran ist erst vor etwa 9 oder 10 Jahren nach einem sehr demütigenden Frauenarztbesuch wieder hochgekommen. Über den  Frauenarzt habe ich mich nur beim Praxisinhaber beschwert und auf deren Bitte keine Anzeige erstattet. Froh geredet habe ich mich selber, indem ich mir einredete, dass ich dadurch wenigstens wieder eine Erinnerung an den Missbrauch habe.

Den Missbrauch selber habe ich auch nicht angezeigt, weil mir gesagt wurde, dass es nicht viel Hoffnung gibt, dass nach so vielen Jahren dem Recht Sorge getragen werden kann. … und all die anderen Dinge zu denen ich auch noch einiges zu sagen gehabt hätte, verschwieg ich und wehrte mich nicht. Ich mag diese Kämpfe mit anderen nicht. Rosenkriege oder sonstige Kriegsschauplätze oder Familienzankereien über Jahrzehnte hinweg  –  unvorstellbar für mich, sie  sind mir zuwider und doch, muss es doch auch einen Raum geben in dem man die eigenen Missstände ansprechen kann und sich wehren kann.